In KAES’ Bauch kribbelt es gewaltig: Sein Flämmchen-Fest steht bevor! Doch bevor aus dem kleinen Drachen ein großer Feuerspucker wird, gibt es noch einiges zu lernen. Zum Glück sind Klara und Feuerwehrfrau Sophie an seiner Seite.
Aus KAES’ Zimmer drang ein gemütliches Schnarchen. Klara blieb in der Tür stehen und schüttelte den Kopf. Da lag ihr kleiner Drachenfreund, eingekuschelt und zufrieden, als wäre nichts gewesen. Dabei hielt sie gerade das in der Hand, was von seinem Vorhang übrig geblieben war: einen winzigen, angekohlten Stoffrest.
„Ach, KAES“, seufzte sie. „Was machen wir bloß mit dir?“
Seit einigen Tagen passierten solche Dinge immer öfter. In KAES erwachte das Drachenfeuer. Bald würde er richtig Feuer spucken können – und genau das wurde heute mit seinem Flämmchen-Fest gefeiert. Nur wusste er leider noch nicht, wie man mit Feuer umging.
Klara griff zum Telefon und rief ihre beste Freundin Sophie an. Die war Feuerwehrfrau und wusste bestimmt Rat.
„Wir bringen es ihm bei“, sagte Sophie. „Schließlich wird man nicht einfach über Nacht ein Brandschutzdrache!“
Ein aufregender Morgen
Wenig später stand Sophie neben Klara vor dem Drachenbett.
„Aufstehen, KAES!“
KAES blinzelte, gähnte herzhaft und richtete sich auf. „Ist es schon so weit? Kann ich jetzt Feuer spucken?“
Vor lauter Vorfreude hüpfte er aus dem Bett. Seine Schwanzspitze sauste durch die Luft, und Klara machte schnell einen Schritt zur Seite.
„Langsam, du kleiner Wirbelwind!“, rief sie.
KAES schaute hinter sich. „Oh. Entschuldigung.“
Sophie lächelte. „Bevor wir feiern, schauen wir uns hier erst einmal um.“
Auf dem Boden lagen Socken, neben dem Bett stapelte sich Papier, und mitten im Weg hatte KAES seine Kleidung verteilt. Für ihn war das ein ganz gewöhnliches Drachenzimmer. Für Sophie gab es hier einiges zu entdecken.
Sie hob eine Socke hoch. „Was meinst du: Gehört die hier auf den Boden?“
„Eigentlich an meinen Fuß“, antwortete KAES.
Klara musste lachen. Gemeinsam räumten sie die Kleidung weg und schafften Platz. Dabei erklärte Sophie, dass Papier und Stoff von Flammen fernbleiben müssen. Auch der Weg zur Tür durfte nicht voller Sachen liegen.

Als sie fertig waren, schaute KAES zufrieden durch sein Zimmer. Zum ersten Mal konnte er bis zur Tür laufen, ohne über etwas zu stolpern.
Die Sache mit dem Aufpassen
Als Nächstes zeigte Sophie ihm eine Kerze.
„Feuer kann Licht und Wärme geben“, erklärte sie. „Aber es ist kein Spielzeug. Eine Kerze darfst du nur mit einem Erwachsenen anzünden. Und solange sie brennt, muss ein Erwachsener dabeibleiben und aufpassen.“
KAES nickte eifrig. Aufpassen konnte er. Ganz bestimmt sogar.
Doch kaum fiel das Wort „Plätzchen“, drehte er schon den Kopf.
„Plätzchen? Wo?“
Er wollte gerade losflitzen, als Klara ihn zurückrief. KAES blieb stehen und schaute zur Kerze. Die hatte er tatsächlich beinahe vergessen.
Seine Flügel sanken ein wenig herunter. „Dabei wollte ich doch alles richtig machen.“
„Deshalb lernen wir es gemeinsam“, sagte Sophie.
Beim nächsten Mal dachte KAES selbst daran. Als Klara den Ball holte, zeigte er zuerst auf die Kerze.
„Moment! Die machen wir aus, bevor wir gehen.“
Sophie half ihm dabei. Erst dann ging es zum Spielen. KAES reckte stolz die Nase in die Luft. Das hatte er sich gemerkt!
Eine Nummer, die man im Gesicht findet
Nach einer Weile wurde KAES nachdenklich.
„Sophie? Was ist denn, wenn ich schlafe und es brennt?“
Sophie erklärte ihm, dass ein Rauchmelder mit seinem lauten Piepen warnen kann. Sie besprachen, wie man Hilfe holt und sich über einen sicheren, rauchfreien Weg in Sicherheit bringt.
Dann durfte KAES mit einem Spielzeugtelefon üben, die Feuerwehr anzurufen.
„Aber ich vergesse die Nummer bestimmt“, murmelte er.
„Dann schau mich an“, sagte Klara. Sie zeigte auf ihren Mund, ihre Nase und ihre Augen. „Ein Mund, eine Nase, zwei Augen: 112!“

KAES sah sie überrascht an. „Du hast die Feuerwehrnummer im Gesicht!“
Nun musste auch Sophie lachen.
Beim ersten Übungsanruf sprudelte KAES sofort los. „Hallo! Hier brennt’s!“
Schon wollte er den Hörer wieder ablegen.
„Warte“, sagte Klara. „Die Feuerwehr weiß doch noch gar nicht, wo du bist.“
Also versuchte KAES es noch einmal. Diesmal nannte er die Adresse, erklärte, was passiert war, und hörte aufmerksam zu. Er beantwortete Sophies Fragen und blieb am Telefon.
Das war schon viel besser.
Eine Überraschung für KAES
Inzwischen hatte KAES so viel gelernt, dass er kaum bemerkt hatte, wie schnell der Tag vergangen war. Klara lockte ihn kurz in die Küche. Dort warteten tatsächlich noch ein paar Plätzchen.
Als die beiden zurückkamen, blieb KAES staunend stehen.
Das Zimmer war geschmückt. Sophie wartete mit einem Umschlag, und Klara holte ein Päckchen hervor.
„Frohes Flämmchen-Fest, KAES!“
Der kleine Drache strahlte.
Von Sophie bekam er einen Kinderfinder-Aufkleber für seine Zimmertür. In Klaras Päckchen lag eine besondere, feuerfeste Drachendecke.

„Für deine Drachenträume“, sagte sie.
KAES drückte die Decke an sich. Dann wollte er vor Freude loshüpfen – hielt aber plötzlich inne. Er schaute nach seiner Schwanzspitze und rückte ein Stück von Klara weg.
Klara bemerkte es sofort.
„Du hast aufgepasst!“
„Natürlich“, sagte KAES und grinste. „Ich werde schließlich ein richtiger Brandschutzdrache.“
Und dann wurde gefeiert. Mit Plätzchen, Musik und zwei Freundinnen, die mindestens genauso stolz waren wie er.
An diesem Abend kuschelte sich KAES müde in sein Bett. Es war ein großer Tag gewesen. Das Drachenfeuer in ihm war erwacht – und er hatte gelernt, dass zum Großwerden auch das Aufpassen gehört.
KAES live in eurer Einrichtung erleben
Begleitet KAES bei seinem Flämmchen-Fest! Unser Mitmachtheater bringt Kindern Brandschutz mit Humor, gemeinsamen Übungen und einer Geschichte näher, bei der sie selbst mithelfen können. Ein anschließender Workshop und eine Räumungsübung vertiefen das Gelernte.